Sommerkleid von 1925 - Fert...äh nein, Fail, S.4

Zur Dokumentation von laufenden Projekten. Zeigt her in Wort und Bild, was ihr gerade näht oder bastelt.

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Constanze
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Re: Sommer 1925 - Maigrün und kleinkariert

Beitragvon Constanze » 27. Sep 2016, 23:21

Morag vom Rabenholz hat geschrieben:
T. T. Kreischwurst hat geschrieben:Ohja, bitte ausführlich! Das ist so dermaßen gruselig, dass ich das ganz genau wissen will :mrgreen: .
Genau das. Wie ein Krimi oder ein Psychothriller *Lieblingssorgenfresserumklammerndweiterzuschau*
Hihi. Jetzt neu in Ihrem Forum: "The Attack of the Schnittmusterbogen". Und bald: "The old Nähzeitschrift strikes back" :roar:
Tenshi hat geschrieben:Psychothriller trifft's echt gut!
Respekt, dass du auf dem Bogen die Übersicht behältst. Burda ist ja wirklich simpel dagegen.
Schlimmer wird's dafür aber auch nicht mehr wirklich. Frühere Schnitte sind sehr viel aufgeräumter und spätere sind etwa genauso eng und chaotisch (werden allerdings in den Projekten etwas fieser, 20er Jahre ist ja doch noch etwas gradliniger als 40er) und dann in den 60ern wird es irgendwann bunt.
Animus hat geschrieben:Ah, yess, eine ausführliche Anleitung! Ich hab hier (geerbte) Schnitte aus den 50er und 60ern, kein Vergleich, aber das ist trotzdem super hilfreich!!!
Die Burda hat bei mir schon des Öfteren Verlängerungen ohne Vorlage angedreht. Ich bin recht groß, da passt der bodenlange Rock dann net mehr auf den Bogen... außerdem kenn ich das von den historischen Schnittmustern von z.B. Rocking Horse Farm. Da hat man oft nur oben den Rockverlauf und muss nach unten verlängern. Aber eingeklappt? Ich blicks nicht....

Off-Topic: Glückwunsch zu deiner 11h-Reise. Da war doch die Deutsche Bahn dran beteiligt, näch? *seufz*
Doch, eigentlich lassen die sich recht gut vergleichen, von der Unübersichtlichkeit sind sie ähnlich wie die aus den 20ern. Teilweise ändern sich die Benennungen ein wenig, aber wenn man nähen kann weiss man recht schnell, was gemeint ist. Und die Passformprobleme hast du auch überall bei älteren Schnitten. Zum einen weil doch anders gemessen wurde und die Grössen nicht mehr den heutigen entsprechen, zum anderen weil man damals gar nicht erwartete, dass das jetzt ein perfekt sitzendes Ding ergibt, sondern dass man anpassen muss (wie man es heute nach einiger Näherfahrung ja auch noch hat, ist ja doch selten, dass ein Kaufschnitt ohne Anpassung sitzt). Dazu kommt das grosse Problem der Unterwäsche. 50er Jahre Abnäher sind für 50er Jahre BHs gemacht! Überleg dir also, mit welchen Dessous du diese Kleider tragen willst und wie das hinterher in der Gesamtwirkung aussieht. Wenn man eine moderne BH-Form gewohnt ist kann man so eine Büste als eher merkwürdig empfinden.

Die eingeklappten Teile sind eigentlich recht easy. Du kannst es entweder nochmal abpausen und drankleben oder du schneidest es raus, füllst die entstandene Lücke aus und klebst es oben an (so habe ich es gemacht, das zeige ich im nächsten Post). Du musst nur dran denken, dass du die Markierungen auf die Rückseite überträgst, denn wenn du es "aufklappst" sind deine Markierungen ja auf der anderen Seite des Papiers.

Ja, natürlich war es die deutsche Bahn. Wie kann man eine Zugverbindung über einen Provinzbahnhof laufen lassen, bei einer durch Baustellen seit Längerem behinderten Strecke eine Umsteigezeit von 13 Minuten einplanen ohne bei der Fahrplanauskunft darauf hinzuweisen, keine Ansprechperson im Zug haben und dann den letzten EC des Tages einfach davonfahren lassen, obwohl diese Verbindung nicht gerade wenig frequentiert zu sein scheint. Es wären 5 Minuten gewesen! :x
Und der Schalterbeamte in Lindau meinte ganz gelassen, wir hätten dem Zugführer sagen sollen, dass der EC warten soll. Klar, weil man auch einfach so auf die Idee kommt, auf freier Strecke dem Lokführer an seine Tür zu klopfen, wenn da dann auch noch die 1. Klasse vor ist und man immer noch hofft, dass sich ein Schaffner aus der dünnen Luft materialisiert. :evil:
Naja, am Ende waren wir ein lustiges Grüppchen, das zu verschiedenen Orten in der Schweiz wollte, ich kenne jetzt Henning und Peter aus Nürnberg und wir hatten einen lustigen Abend, an welchem Pizza, Lebkuchen und Bier geteilt wurde :lol:
Cool war auch die Frau, die sich von ihrem Freund abholen liess, weil ihr Anschlusszug ebenfalls weg war und ihn dann spontan fragte, ob er noch jemanden mitnehmen kann. Der arme ist dann von Lindau eine Stunde irgendwo nach Bayern gefahren um wildfremde Leute in seinem VW-Bus zu chauffieren. 8-)
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Re: Sommerkleid von 1925 - Das Schnittmuster übertragen

Beitragvon Morag vom Rabenholz » 28. Sep 2016, 05:58

Was für eine Odyssee! Aber sehr cool wie hilfsbereit deine Mitreisenden da waren.

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Re: Sommerkleid von 1925 - Knöpfe und Besätze

Beitragvon Constanze » 4. Okt 2016, 22:23

Morag vom Rabenholz hat geschrieben:Was für eine Odyssee! Aber sehr cool wie hilfsbereit deine Mitreisenden da waren.
Ja, in Puncto Sozialverhalten war die Reise wohl ein Lehrstück :lol:

Um euch nicht die ganze Zeit mit Papier zu langweilen: Den Hauptdarsteller aka grün-kariertes Polytier habe ich euch ja schon vorgestellt.
Nun habe ich ein wenig über die Besätze und die Knöpfe gegrübelt. Die Anleitung sah zum ziegelroten Stoff weisse Besätze mit darauf gestickten schwarzen Linien sowie Kugelknöpfe undefinierter Farbe vor.

Mein Stoff ist sehr viel heller als ziegelrot, weshalb der Kontrast mit Schwarz stärker sein dürfte. Zudem kann die Alltagstauglichkeit von weissen Besätzen zumindest bezweifelt werden.
Piquéstoff habe ich weder in weiss noch schwarz (noch in irgendeiner anderen Farbe), aber Baumwollsamt in beiden Tönen. Probehalber einmal auf den Stoff gelegt machen sie sich beide ganz gut. Gegen Schwarz würde sprechen, dass ich etwas stückeln müsste, dafür wiederum, dass er dann aufgebraucht wäre, wohingegen vom weissen noch mehr da ist. Stickgarn ist in beiden Farben da.

Bild

Ebenso habe ich mal ein paar Knöpfe herausgesucht. Diese sollen lediglich stellvertretend für ähnliche Modelle stehen. Kugelknöpfe wären zwar schön, aber davon habe ich eindeutig nicht genug. Bei einer durchgeknöpften Vorderkante von 115cm Länge und einem Knopfabstand von 4cm (laut Anleitung) komme ich auf ca. 33 Knöpfe, dazu noch einmal 8 für die Ärmelaufschläge. Selbst wenn ich am Reverskragen oben keine ansetze bin ich bei ca. 35 insgesamt.

Nun habe ich zwar sehr viele Knöpfe, die sind jedoch in etwa so gut sortiert wie Omas Knopfdose, nur immerhin in verschiedenen Farbschattierungen. Sobald ich mich für schwarz oder weiss entschieden habe, muss ich mir wohl einmal einen ruhigen Abend Zeit nehmen, um den Bestand durchzusehen und hoffen, dass ich von einem halbwegs akzeptablen Knopf genug Exemplare finde. Wenn nicht müsste ich eben doch einkaufen,aber eigentlich möchte ich das vermeiden.

Die Knöpfe liegen übrigens absichtlich so nah an der Kante zum Karierten, denn wie ihr euch vielleicht erinnert schlägt die Anleitung vor, die Knopflöcher "durch Unterbrechung der Ansatznaht der rechten Blende" zu bilden, womit die Knöpfe am Ende zur Hälfte auf dem Besatz und zur Hälfte auf dem Hauptstoff liegen werden.

Fazit: Mein Favorit für den Besatz ist aus ökonomischen und Vernunftgründen schwarz, einen Favoriten bei den Knöpfen traue ich mich noch nicht zu bestimmen, weil ich davon dann garantiert zu wenig haben werde.
Und ihr so?
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Re: Sommerkleid von 1925 - Das Schnittmuster übertragen

Beitragvon Tenshi » 4. Okt 2016, 22:34

Ich glaube fast, ich finde den weißen Samt hier besser. Der schwarze bringt das Grün so richtig zum Leuchten, was ein wenig giftig aussieht, der weiße mildert es doch eher ab. Und dazu schwarze Knöpfe, am besten die ganz rechts unten oder die eins davor.
Vielleicht haben wir uns an den Scherben unserer Träume geschnitten
Wir sind verblutet, langsam nur
denn erst eines Tages im Sommer
als die Blätter blutrot statt grün die Sonnenstrahlen brachen
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Re: Sommerkleid von 1925 - Das Schnittmuster übertragen

Beitragvon TanteLiese » 4. Okt 2016, 22:41

Pro schwarz! Und pro weiße Kugelknöpfe. Sieht allein schon so wie du es drapiert hast sehr elegant aus. Dass so ein zartgrüner Karostoff mich in der richtigen Kombination derart begeistern kann...

Jetzt finde ich dein Projekt noch viel toller als ohnehin schon! :wink:
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Re: Sommerkleid von 1925 - Besatzstoff und Knöpfe

Beitragvon Lilysue » 8. Okt 2016, 09:57

Ahhhhh!! *reinroll*
Hier muss ich zugucken.. Lerne dabei immer so viel.
*pflomp* :tee:
Wenn ich schon in eine Schublade gesteckt werde, dann bitte mit Süßigkeiten
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Re: Sommerkleid von 1925 - Besatzstoff und Knöpfe

Beitragvon Shayariel » 10. Okt 2016, 15:32

Ich bin für den schwarzen Samt und Kugelnöpfe in schwarz oder grün :D

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Re: Sommerkleid von 1925 - Besatzstoff und Knöpfe

Beitragvon Ferra » 12. Okt 2016, 13:34

Ich mag die grün-schwarz-Kombination auch sehr viel mehr, als mit weiß.

Außerdem finde ich die Knöpfe obere Reihe, 4ter von links ganz passend. Außerdem könntest du dann für die Front vllt. die größere Ausführung nehmen und an den Ärmeln die kleineren (6. von links). Mal so als Idee :) Oder haben die auch verschiedene Farben, so ganz eindeutig erkenne ich das auf dem Foto nicht.

Hier schau ich weiter zu :D

PS.: ging die Fahrt über Biberach? Die Strecke durfte ich auch gestern machen mit Schienenersatzverkehr ^^ Ging aber zum Glück alles pünktlich, auch wenn die Fahrt deutlich länger gedauert hat, als sie ohne SEV wäre... Aber nette Mitreisende sind toll!
Großprojekt Liesel-Blumendecke: geplant, geschnitten, geheftet und vernäht
Hexagone: 532, 532, 532 und 532
Dreiecke: 78, 78, 78 und 78
Rauten: 210, 210, 210 und 210

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Re: Sommerkleid von 1925 - Besatzstoff und Knöpfe

Beitragvon Constanze » 2. Apr 2017, 12:09

So, bevor dieser Thread dem Pruning zum Opfer fällt, hole ich ihn mal schnell wieder hoch, aber erwartet keine grossen Sprünge.

Drei Dinge haben in diesem Fall dafür gesorgt, dass dieses Projekt ein wenig auf Eis gelegt wurde:
1. die ehrlichen Worte einer Mitnähkromantin, dass ich dieses Kleid doch sowieso nie tragen werde (ja, stimmt, aber ich experimentiere gern. Nur hilft das natürlich nicht, wenn man auf einmal lieber was für den aktiven Kleiderschrank nähen möchte, da bleibt so ein Projekt dann auf der Strecke).
2. Ich finde die Fotos zum dritten Punkt der Schnittvorbereitung nicht mehr. Sie sind auf irgendeiner Speicherkarte oder auf meinem alten Smartphone. Der abgepauste Schnitt liegt irgendwo in der Ecke und ich muss mich aufraffen, ihn für neue Fotos noch einmal auszubreiten.
3. Beim Übertragen des Schnitts auf den Stoff habe ich bei einem Vorderteil alles auf der rechten Stoffseite aufgezeichnet, aufgrund des Polystoffs und des experimentellen Charakters des Projekts natürlich mit Kuli :roll: Da es bei dem Schnitt aber auch um das Karomuster geht, drücke ich mich bisher davor, es neu zu übertragen, das ist immer so anstrengend.

Trotzdem versuche ich mal, ein wenig zusammenzufassen, was an Schnittarbeiten noch aussteht. Ihr erinnert euch, letzter Stand war das:

Bild

Und damit kommen wir zum nächsten Punkt: Zum Nähen vorbereiten
Grob gesagt besteht dieser aus zwei Teilen, 1. die Schnittteile vervollständigen und 2. alles was noch fehlt ergänzen.

1. Schnittteile vervollständigen:

- Schnittteil des Volants/Tunikateil bis zur gewünschten Länge ergänzen
- Unterärmel und Knopfleiste vom Ärmelschnittteil abpausen (das Schnittteil endet an der rechten Bleistiftlinie, ich habe vergessen, den Rand des Seidenpapierbogens da wegzuschneiden)
- Vorderteil zur gewünschten Länge ergänzen
- Besatz vom Vorderteil abpausen
- Schulterpartie des Rückenteils gespiegelt abpausen und das Schnittteil ergänzen, ebenso bis zur gewünschten Länge ergänzen.

2. Fehlendes ergänzen
Anders als bei modernen Schnitten sind Blenden und Belege nur angedeutet oder in der Beschreibung erwähnt. Sie müssen daher eigenständig ergänzt werden. Ob man sich ein Papierschnittteil dazu zeichnet oder z.B. gerade Streifen direkt mit Nahtzugabe auf dem Stoff aufmalt, kann jeder für sich entscheiden. Ich gehöre zu letzteren, habe aber ganz gerne eine Übersicht, was ich denn so alles aufmalen muss:

- Blende für Knopfleiste vorne aus Kontraststoff, 2.5cm breit, gesamte vordere Länge, bestickt
- Blende für Untertritt Knopfleiste aus Kontraststoff, nur am Kragen, 2.5cm breit, bestickt
- zwei Besatzstreifen aus Kontraststoff seitlich der hinteren Mitte am Rock, bestickt
- zwei Streifen aus Kontraststoff für die seitliche Einfassung des Tunikateils/Volants
- ein Streifen im schrägen Fadenlauf zum Einsetzen in der hinteren Mitte
(- Knopfleiste aus Kontraststoff für die Ärmel, in Klammern weil eigentlich im Schnitt vorhanden, man kann es aber auch ohne Papierschnittteil separat aufzeichnen)

An diesem Punkt würde jetzt die normale Schnittanpassung einsetzen, bei so geraden Kleidern reicht es bei mir meistens, die Länge, Position der Taille und die Weite am Oberteil zu prüfen.

Wie schon erwähnt habe ich heute leider kein Foto für euch ( :kicher: ), aber ich hoffe es ist dennoch nicht allzu verwirrend.
Liebste Grüsse aus dem verregneten Lyon. :tee:
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Re: Sommerkleid von 1925 - Besatzstoff und Knöpfe

Beitragvon Constanze » 8. Okt 2017, 19:35

*pust* *Staubwolke* *huströchel*

Ob ihr es glaubt oder nicht, pünktlich zum Herbst komme ich auf die Idee, das Sommerkleid weiterzunähen :lol:

Hier wie versprochen ein Foto, auf dem man das "ausgeklappte obere Ende des Rückenteils schön sieht. Man zeichnet es noch einmal auf und klebt es dran oder, das habe ich gemacht, schneidet es aus und füllt die Lücke mit einem Rest Seidenpapier (links im Bild).

Da ich weiss, dass ich den Schnitt nicht noch einmal nähen werde, pause ich Dinge wie Belege oder den Unterärmel nicht noch einmal ab, sondern zerschneide das Schnittmuster. Also ich übertrage z.B. erst die Vorderteile, schneide dann den Beleg vom Schnittmuster ab und übertrage diese. In diesem Fall habe ich noch den Abnäher zugeschoben, da der sonst unglücklich auftragen würde (rechts im Bild).

Bild

Wie schon erwähnt, zeichne ich Schnittteile, die aus Rechtecken und Streifen bestehen, direkt auf den Stoff, das mache ich lieber mit Patchworklineal und ggf. Rollschneider, als da Schnittteile zu übertragen, das wird dann bei mir weniger genau. Aber das kommt alles erst später, heute habe ich lediglich den Kragen so gezeichnet, der war nämlich auch ein einfaches Rechteck.

Das ist dann auch das letzte, was ich euch zu den alten Schnittmustern sagen kann: Man muss nähen können! In keinem Schnitt wird stehen, wie ihr einen Ärmel einsetzt, wie ein Beleg verstürzt wird oder wie man einen Reverskragen näht. Es gibt Nahtzahlen und wenn man Glück hat eine knappe Beschreibung, das war's! Falls man sich unsicher fühlt, sollte man also ein Grundlagenbuch parat haben oder einen Schnitt aussuchen, den man prinzipiell nähen kann (man sieht ja, was für Kenntnisse gefordert sind und ob man das schon einmal gemacht hat).

So, heute habe ich dann tatsächlich einmal genäht. Ich habe mich dagegen entschieden, das falsch abgezeichnete Schnittteil neu zu übertragen, sondern vernähe es jetzt trotzdem. Falls am Ende Kulistriche aussen sichtbar sein sollten, werde ich da mit Fleckentinktur dran gehen. Also wurden heute Abnäher geschlossen, Seiten- und Schulternähte genäht, Belege und Kragen zugeschnitten und angenäht. Jetzt geht es mit der Hand weiter. Wenn ich die Innenseite des Kragens und der Belege festnähe, mache ich das ohne Maschine, dann geht das nämlich unsichtbar, aber so sauber könnte ich mit Maschine nie im Nahtschatten bleiben.

Hat bisher was von kariertem Putzkittel. :lol:

Bild
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Re: Sommerkleid von 1925 -Erste Nähte S.2

Beitragvon Kiara » 9. Okt 2017, 12:32

Wahnsinn! Die ganze Arbeit die da schon drinsteckt... und wenn diese Unsicherheiten so vor sich ihn schwelen, dann nochmal aufraffen, echt Respekt.
Mein Geschmack ist das Kleid leider nicht (allerdings allgemein die Zwanziger-Jahre Mode, ich mags gern Tailliert) aber der Umgang mit den antiken Schnitten ist wirklich faszinierend!
Bei der Farbwahl für den Besatz schließe ich mich dem Schwarz-Grün-Lager an, es fühlt sich irgendwie stimmiger an und ich hab nichts gegen ein bisschen Knalligkeit ;)

Sonst kann ich nicht viel konstruktives beitragen, außer das Gefühl dass du stille Mitleser hast :)

Liebe Grüße
Kiara
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Re: Sommerkleid von 1925 -Erste Nähte S.2

Beitragvon Constanze » 12. Nov 2017, 21:31

Kiara hat geschrieben: Wahnsinn! Die ganze Arbeit die da schon drinsteckt... und wenn diese Unsicherheiten so vor sich ihn schwelen, dann nochmal aufraffen, echt Respekt.
Mein Geschmack ist das Kleid leider nicht (allerdings allgemein die Zwanziger-Jahre Mode, ich mags gern Tailliert) aber der Umgang mit den antiken Schnitten ist wirklich faszinierend!
Bei der Farbwahl für den Besatz schließe ich mich dem Schwarz-Grün-Lager an, es fühlt sich irgendwie stimmiger an und ich hab nichts gegen ein bisschen Knalligkeit ;)

Sonst kann ich nicht viel konstruktives beitragen, außer das Gefühl dass du stille Mitleser hast :)

Liebe Grüße
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Vielen Dank Kiara. Dass das Kleid mein Stil ist, würde ich so auch nicht sagen, aber ich nähe nicht unbedingt, damit es mir gefällt oder ich es anziehe, sondern auch viel aus Experimentierlust. Ich liebe zu sehen, wie historische Schnitte funktionieren und wie fast 100 Jahre alte Ideen wieder zum Leben erwachen. Hier kam jetzt noch dieser uralte Stoff dazu, der zum Schnitt gut passte, mir aber nur Platz im Schrank wegnahm. Dazu ist es reine Polyfaser, da würde ich mir nie wieder was draus nähen, was ich regelmässig anziehen würde.
Die Zwanziger hingegen mag ich schon. Derzeit bin ich zwar auf dem Etuikleid und Bleistiftrock-Trip, aber generell gefällt mir inzwischen gerade geschnittene, schlichte Eleganz und da ist das nicht die schlechteste Zeit. Auf dem Bild oben sieht es sehr sackig aus, aber eigentlich sollen 20er-Jahre-Kleider an Schultern und Brust gut sitzen und dann ohne Taille fallen, im Gegensatz zur Mode vorher ist das unerhört körperbetont und viel sinnlicher als dann die Kleider der 40er und 50er Jahre. Als leidenschaftliche Korsett-Trägerin bin ich jedoch ebenso Freundin einer gut definierten oder gar dramatischen Taille, je nach Tagesform. :)

Für die Besätze habe ich mich inzwischen für Schwarz entschieden. Ich mag es lieber, es ist pflegeleichter und ich habe einen Stoffrest weniger im Schrank. Vielen Dank für eure Meinungen in dieser Frage.

Viel passiert derzeit nicht. Die Innenseite des Kragens habe ich mit der Hand festgenäht, den Beleg jedoch nicht. Mir fiel ein, dass da ja der Besatz auf Kante angenäht wird, daher warte ich erst einmal, wie das dann aussieht.

Aber einen Fortschritt gibt es dann doch: Ich habe oben ja erwähnt, dass auch in dieser scheinbar sackigen Zeit die Kleider nicht einfach irgendwie hängen sollten, sondern von der weiten Taille abgesehen gut sitzen und figurschmeichelnd sein sollen. Also habe ich diesem weiten Putzkittel 3cm pro Seitennaht weggenommen, insgesamt also 12cm weniger Umfang ab Brusthöhe abwärts. Man sieht hier hoffentlich schon, dass das Kleid an der Brust nun anliegt.

Bild

Ja, 12cm an den Seiten wegnehmen ist sicher nicht nach Lehrbuch, aber komplexere Änderungen am Schnitt hätte ich vorher machen sollen und die Brustabnäher (die aus den Schulternähten kommen) sitzen trotzdem noch gut, auch wenn sie an der Puppe etwas zu weit innen sitzen, sie zum was sie sollen. :oops: Die Armausschnitte habe ich danach neu eingezeichnet.

Heute habe ich dann mit den Ärmeln angefangen. Diese bestehen aus Ober- und Unterärmel, weshalb ich da mit dem Sitz noch nicht ganz so sicher bin. Meistens begegnen mir zweiteilige Ärmel an Jacken, da sind die Ärmel ja von Natur aus etwas weiter. Möglicherweise müssen die also noch etwas enger werden.

Bild

Aber der Sitz gefällt mir auch so absolut gar nicht. Ich befürchte, dass ich den höchsten Punkt der Armkugel an der Schulternaht ausgerichtet habe, dumm nur, dass die Schulternaht bei dem Schnitt (wie bei vielen Schnitten bis weit in die 40er Jahre hinein) nicht auf der Schulter sitzt, sondern etwas in den Rücken gekippt ist. Dadurch dreht sich der ganze Ärmel nach aussen. Hier fehlten mir zudem Passzeichen, bei Burda und Co. wird ja angegeben, ab wann man die Armkugel einreihen muss. Die Armkugel sieht daher auffällig flach aus, ich hoffe, das wird beim zweiten Versuch besser, also wenn der höchste Punkt richtig auf der Schulter liegt und ich noch konsequenter auf Einreihen an den richtigen Stelle achten möchte.

Mit diesem kleinen Stimmungsdämpfer geht es jetzt erst einmal wieder in die Arbeitswoche, habt noch einen schönen Sonntagabend. :winke:
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Re: Sommerkleid von 1925 -Erste Nähte S.2

Beitragvon Constanze » 25. Dez 2017, 18:07

So, Weihnachtszeit heisst bei mir lang ersehnte Freizeit, denn zur Familie fahre ich erst übermorgen und so kann ich mir ein paar ruhige Tage mit meinem Freund gönnen. Da der in den letzten Wochen auch viel unterwegs war, gibt es neben Pärchenzeit auch einige Stunden, in welchen wir unseren jeweiligen Hobbies frönen. So hat er den Nachmittag also mit einem Kollegen am Headset im Weltraum verbracht und ich mit dem Sommerkleid weitergemacht.

Der Sitz gefällt mir jetzt, wo es enger sitzt, richtig gut. Angefangen habe ich heute damit, den zweiten Ärmel einzunähen. Den ersten hatte ich auch noch einmal neu eingesetzt, aber einen wirklichen Unterschied macht es nicht, also schau ich mal, wie sich das weiter entwickelt.

Bild

Nächster Schritt war der Einsatz in der hinteren Rockmitte. Ihr erinnert euch wohlmöglich, anstelle einer Gehfalte oder eines Schlitzes wird ein Streifen im schrägen Fadenlauf in die hintere Mitte gesetzt, hier noch einmal die Zeichnung zur Erinnerung:

Bild

Diesen Streifen habe ich mit dem Patchworklineal zugeschnitten, die Nahtzugaben umgebügelt, geheftet, den Streifen dann auf den Rockteil geheftet und knappkantig abgesteppt. Diese Methode findet man sehr viel in Kleidern dieser Zeit. Besonders die 20er und 30er Jahre haben viele eckige Nähte oder im Zick-Zack-angesetzte Röcke. Diese Nähte sind nicht verstürzt wie heute, sondern man näht das eine Schnittteil auf das andere, so liegt alles glatt und nichts verzieht sich oder reisst ein. Und bei dem Karomuster war es auch noch einfacher.

Bild Bild

Danach habe ich dann den Stoff unterhalb des Einsatzes weggeschnitten. Ich habe lange überlegt, ob das tatsächlich nötig ist, aber ich vermute, dass der Schrägschnitt wirklich etwas Bewegungsfreiheit schaffen könnte, das aber natürlich nur, wenn er darunter nicht vom Rockteil gehalten wird. Also...

Bild

Das Resultat bis dahin:

Bild

Es gefällt mir grad so gut. Ich habe mich ja doch lange schwergetan mit dem Kleid und dem Stoff, aber langsam sieht es tatsächlich nach Kleid und gar nicht so unelegant aus. :)

Der letzte Akt für heute sah dann den Auftritt vom Besatzstoff, dem schwarzen Samt. Zu beiden Seiten des Schrägeinsatzes wird da ein Streifen von appliziert. Erst einmal hiess es, dünne, 2,5cm breite Streifen aus (in eine Richtung elastischen :roll: ) Samt zuschneiden, Nahtzugaben umbügeln und heften.

Bild

Dann habe ich sie an das Kleid gesteckt und werde sie in einer ruhigen Minute mit der Hand aufnähen, ich habe keine Lust, dass sich der Samt zur Seite verschiebt mit der Nähmaschine. Damit ist das dann der Stand von heute Abend:

Bild

Daneben habe ich noch den sogenannten "Tunikateil" zugeschnitten, diesen schürzenartigen Volant für die Vorderseite. Das ist eigentlich nur ein Viertelkreis, bzw. Viertelring. Den habe ich erst einmal nur zugeschnitten und auf einen Hosenbügel gehängt, damit sich der Stoff aushängen kann, bis ich ihn vernähe. Davon habe ich kein Foto, aber ihr seht es dann ja, sobald es ans Kleid kommt.

Mehr habe ich dann auch gar nicht mehr zu berichten, hier gibt es jetzt Abendessen. :D
Wünsche euch noch einen schönen 1. Weihnachtstag-Abend! :winke:
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Re: Sommerkleid von 1925 -Es hat Ärmel und irgendwas ist schief

Beitragvon Jeijlin » 25. Dez 2017, 21:19

Das ist ja mal ein aufwendiges Teil. Da hast du dir wirklich viel Arbeit vorgenommen.
Karostoff zusammen basteln ist nicht ohne ... wenn die Karos nicht zusammengehen sieht das immer so ... schief aus.

Du arbeitest wirklich schön akurat! *lob* - Da ist das Patchwork Lineal eine gute Hilfe :D

Die Säume von dem hinteren Einsatz sind nur mit Zackenschere gesäubert? - Reicht das hinten im Gehschlitz - oder franst es bei Beanspruchung aus?

Oje, Belegstreifen aus dehnbaren Stoff (Samt) :shock: - das gehört wahrscheinlich so zum Originalschnitt - oder? - Da hätte bei mir wahrscheinlich das Rips- oder Samtband gewonnen ...

Ich schau dir gern zu! - Bin gespannt wie es weitergeht.

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Re: Sommerkleid von 1925 -Es hat Ärmel und irgendwas ist schief

Beitragvon Constanze » 25. Dez 2017, 22:50

Jeijlin hat geschrieben:
25. Dez 2017, 21:19
Das ist ja mal ein aufwendiges Teil. Da hast du dir wirklich viel Arbeit vorgenommen.
Karostoff zusammen basteln ist nicht ohne ... wenn die Karos nicht zusammengehen sieht das immer so ... schief aus.

Du arbeitest wirklich schön akurat! *lob* - Da ist das Patchwork Lineal eine gute Hilfe
Dankeschön. Abgesehen von dem Stoff und den damit auferlegten Problemen ist es gar kein so komplexer Schnitt, aber das ganze Kleinzeug hält natürlich auf. Ich bin ehrlich gesagt auch kein grosser Freund von Karostoff, aus eben diesem Grund. :lol: Aber hier passte es alles zusammen, ich sah den Schnitt, ich hatte den Stoff, also dachte ich mir, ich versuch's. Bisher geht es eigentlich ganz gut, ich bin nicht die Geduldigste, aber manchmal mag ich es auch, mich auf etwas zu konzentrieren und dann richtig zu machen. Bisher bin ich ganz zufrieden, auch wenn das Muster an den Ärmelansatznaht etwas schöner hätte passen können.

Besonders für exakt gerade Nähte mag ich das Patchworklineal inzwischen sehr gerne. Hier war es zusätzlich von Vorteil, dass es einen 45° Winkel eingezeichnet hat und die Breite exakt stimmte: 15cm Linealbreite ergibt 11cm fertige Breite +2cm NZ pro Seite, damit kann man schön rechnen.
Jeijlin hat geschrieben: Die Säume von dem hinteren Einsatz sind nur mit Zackenschere gesäubert? - Reicht das hinten im Gehschlitz - oder franst es bei Beanspruchung aus?

Oje, Belegstreifen aus dehnbaren Stoff (Samt) :shock: - das gehört wahrscheinlich so zum Originalschnitt - oder? - Da hätte bei mir wahrscheinlich das Rips- oder Samtband gewonnen ...
Das ganze Kleid ist nur mit der Zackenschere versäubert. Zum einen weil ich faul bin und selten "vernünftig" versäubere, zum anderen weil es eher ein Experiment ist. Der Stoff ist billig, der Schnitt ist alt und es steht in den Sternen, wie gut die Passform ist. Daher gehe ich an diese historischen Projekte meist sehr...pragmatisch heran, zumal wenn sie wie dieses wohl nicht häufig getragen werden. Denn es ist dann doch etwas zu aussergewöhnlich für den Alltag.

Aber ehrlich gesagt sehen die meisten meiner Kleider von innen nicht besser aus und wenn mir mal eine Naht ausgerissen ist, dann lag es nicht daran, sondern an zu schmaler NZ,weil ich zu wenig Stoff hatte. :oops:

Ne, der Originalschnitt wollte weisse Pikeestreifen, aber ich wollte nicht extra für das Projekt was kaufen und aus meinem Fundus kam nur Samt infrage. Es ist kein wirklicher Stretchsamt, eher so wie Cordsamt oder Jeans mit etwas Elastananteil. Also dehnbar, aber er verzieht sich nicht beim Angucken. An Band habe ich gar nicht gedacht, Samtband wär mir aber wohl zu instabil, da aus demselben Stoff auch eine Knopfleiste angesetzt wird.
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Der Mangel an "ß"s in meinen Posts ist auf die Schweizer Rechtschreibung sowie Tastaturbelegung zurückzuführen.


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