Horrible Histories. Oder: Von der fachgerechten Entsorgung textiler Altlasten

Hier könnt ihr eure fertigen Nähprojekte und Klamotten vorstellen.

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Constanze
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Horrible Histories. Oder: Von der fachgerechten Entsorgung textiler Altlasten

Beitragvon Constanze » 26. Aug 2018, 13:22

Vorab: Das hier wird weder schön noch aufwändig, aber ich fand es lustig und bin sicher, dass ihr ähnliche Leichen im Keller habt. :mrgreen:

Alles begann damit, dass ich mich in meiner Nähecke nicht mehr wohl fühlte: Es herrschte Chaos, überall lagen Stapel von Stoffen, Schnittmustern und Krempel und nun kam noch das Zeug dazu, das ich im Urlaub gekauft hatte. Also begann ich Freitag damit, aufzuräumen. Ich nahm mein komplettes Stofflager auseinander, sortierte hübsch wieder ein, ein paar Stoffe aus und stiess auf allerhand Zeug, welches ich nicht sofort wieder zurücklegte weil es mich entweder ratlos zurückliess ("was zum :roar: willst du mit dem Sch*** :confused: "), ich daraus neue Stapel bilden wollte (alle Stoffreste unter einer gewissen Grösse zusammentragen :irr: ) oder ich an diesen Stoff kürzlich für ein konkretes Projekt gedacht hatte. Es wurde also nicht leerer im Zimmer, sondern nur der Inhalt der Stapel veränderte sich.

Und dann folgte eine Vergangenheitsbewältigung in drei Akten (ich entschuldige mich, dass der erste Akt gehäkelt ist und damit eigentlich themenfremd):

1. Akt: Das war mal traurig

Vor etwa sechs Jahren habe ich aus der Wohnung meiner Grosstante ein Körbchen mit Wollresten mitgenommen, nachdem diese verstorben war. Neben Wollresten fanden sich halbfertige Topflappen aus ebendieser Wolle und im Anfangsstadium begriffene Projekte wie 10cm lange und zwei Reihen hohe feste Maschen. Nun halte ich meine Grosstante nach wie vor in Ehren, aber dieses Körbchen hatte seinen sentimentalen Wert für mich verloren und so begann ich, aus diesen Wollresten eine Tasche zu häkeln. Drei Stäbchen - drei Reliefstäbchen - drei Stäbchen -drei...ja gut, ihr wisst schon. Das Ergebnis war...ähem...gewöhnungsbedürftig. :| Egal, jetzt wollte ich es durchziehen. Ergänzt durch einen Boden aus dicker Pappe, an den Boden und von innen an die Tasche genähten Henkeln aus billigem Geschenk-Satinband (ha, es darf doch in diesen Bereich!) sowie einen bunten Schnürsenkel aus dem Puma-Outlet (sagt nichts :oops: ) gebe ich mich nun der Illusion hin, dass diese Tasche von ihren Abmessungen ideal für meine Lunchboxen geeignet wäre und ich damit sicher in Zukunft mein Mittagessen zur Arbeit transportiere. :gruebel:

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2. Akt: Das war mal nützlich - nein, eigentlich war es das nie

Nun sagt mir bitte, dass ich nicht alleine bin: Immer, wenn Lebensmittel in Textilien verpackt sind, kann ich diese nicht einfach wegwerfen. Das ist doch guter Stoff, den ich bestimmt irgendwann einmal brauchen kann. :irr: Beim Zusammensuchen meiner Stoffreste fand ich Marmeladendeckelchen, einen kleinen Jutesack von einer Kaffeepackung und ein rotes Baumwollbeutelchen, in welchem mir eine Freundin einmal Paprikapulver aus Ungarn mitgebracht hatte. Letzteres landete auf dem Stapel mit den Baumwollresten, welche man vielleicht für Patchwork-Sachen gebrauchen könnte.
Auf der Suche nach einem geeigneten Projekt für die Reste fiel mir ein Mug Rug ein. Habe ich nie wirklich vermisst, habe ich aber tatsächlich auch nicht, im Gegensatz zum x. Täschchen für Kleinkram.
Neben dem Paprikabeutel vernichtete ich erfolgreich zwei weitere Stoffreste und fast eine Rolle Baumwollgarn, da ich am Ende zu faul war, Schrägband anzunähen und mich für einen Raupenstich rundherum entschied. Als Füllung diente ein Rest pinker Woll-Poly-Mischling (was angesichts des Entscheides, kein Schrägband zu nutzen, nicht so klug war), die Rückseite ist rote Ditte, welche leider nicht ganz aufgebraucht wurde.

Man beachte die klischeehaft fehlende Deklination des Adjektivs auf dem Paprikabeutel. :kicher:

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3. Akt: Das war mal teuer. und hässlich. und doof zu nähen. und überhaupt.

Im Frühling 2005 gab Burda ein neues Heft heraus, die Burda easy fashion. Ich machte damals die ersten Gehversuche mit uralten Stoffen auf einer alten Quelle-Nähmaschine und NuS-Schnitten und die damalige Freundin meines Vaters brachte mir dieses Heft mit. Nun ist das so lange her, dass Burda das Magazin nicht einmal mehr im Archiv anzeigt, hier ist die einzige Abbildung, die ich in den Tiefen des WWW finden kann. Ich entschied mich für das Modell auf der Titelseite, ein Trägertop mit geraffter Brustpartie. Ohne Ahnung von nichts und mit der Stoffempfehlung "Jersey" lief ich zum nächsten Stoffladen. Ich liess mir von den Angestellten ihre "Jerseys" zeigen und war schockiert von den hohen Preisen. Schlussendlich kaufte ich mir vom Sale-Tisch den einzigen Stoff, den ich mir leisten konnte (oder wollte), einen fürchterlichen rosa Polyester-Jersey mit Schmetterlingen in Fehlfarben, welche auch noch aus Blumen zusammengesetzt waren. Bis heute rangiert dieser Stoff in meiner Top 10 der schrecklichsten Stoffe für mich ganz oben.
Der Stoff stellte sich nicht nur als teuer und hässlich, sondern auch ausserordentlich unkooperativ heraus. Die Freundin meines Vaters fluchte, wie man so einen Stoff und so ein Projekt in einer Anfänger-Zeitung empfehlen könnte und liess mich an ihre Nähmaschine, weil mein Quelle-Fossil komplett überfordert war. Am Ende hatte ich zwar das Top, aber häufig getragen habe ich es nicht, es existiert nicht einmal ein Foto. Die Reste des Jerseys aus der Kaugummi-Hölle wanderten in das, was später als "Stoffberg" bekannt werden sollte und wurden mit dem Alter auch nicht besser. Und ja, dort überlebten sie 13 Jahre! Gestern Nacht, es war spät und ich offenbar von allen guten Geistern verlassen, beschloss ich, dieses Wesen nun endlich zu besiegen. Ich zwang es zur Paarung mit einem violetten Baumwolljersey und transformierte es im Schutz der Dunkelheit in etwas, das zumindest theoretisch tragbar ist. Aus Gründen nur an der Puppe (ich möchte nicht mit diesem Projekt in Verbindung gemeinsam gesehen werden).

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Ich wollte demnächst sowieso mal die Küche streichen, jetzt hab ich immerhin was passendes zum Anziehen. 8-)

Also irgendwie war dieses Wochenende eines der produktivsten seit Langem, aber wirklich Befriedigung mag sich nicht einstellen, warum wohl. :lol:
So, und jetzt geh ich meine Nähecke aufräumen :angel:
Und falls ihr ähnliche Leichen im Keller habt, bin ich sehr neugierig darauf. :mrgreen:

PS: Falls ihr Horrible Histories nicht kennt: Das ist eine Serie der BBC, in welcher in kurzen Clips Geschichte vermittelt wird. Sehr unterhaltsam und absolut sehenswert! Hier z.B. ein YouTube-Kanal.
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Re: Horrible Histories. Oder: Von der fachgerechten Entsorgung textiler Altlasten

Beitragvon rhuna » 26. Aug 2018, 13:33

Deine Altlasten sind sehr amüsant zu lesen. Und zumindest den Mug Rug find ich ziemlich cool. :mrgreen:
(Das mit dem "ich kaufe jetzt irgendeinen Stoff, der nicht so teuer ist, der wird schon auch gehen", kommt mir ein bisschen bekannt vor... :angel: Das Ding hab ich hier damals sogar vorgestellt, ein Pseudo-Elbenkleid aus rotem Baumwollstoff mit gelbem Polysatin für die Details... Ach ja. Aber immerhin war ich mir auch damals schon bewusst, dass das Ding mehr zum Testen, ob ich nähen kann und mag, als zum wirklich was taugen da ist. :lol: )
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Re: Horrible Histories. Oder: Von der fachgerechten Entsorgung textiler Altlasten

Beitragvon Siora » 26. Aug 2018, 19:26

:mrgreen: Hach ja, die lieben Altlasten und Spleens.
Großartig geschrieben und Respekt, was du daraus gemacht hast.

Ich kann dir das so gut nachfühlen, ich hab da auch so paar Nähleichen im Keller, das ist ganz gut so, dass die in einer Kiste verschwunden sind und nie wieder das Tageslicht erblicken. Manches davon ist so grauenhaft, dass ich mich ernsthaft schäme, die Sachen in die Altkleidersammlung zu geben oder zu entsorgen, und ich frage mich bis heute, was um aller Welt mich geritten hat, das zu kaufen und auch noch Zeit fürs Nähen zu investieren. :lol: :irr:
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Re: Horrible Histories. Oder: Von der fachgerechten Entsorgung textiler Altlasten

Beitragvon Thalliana » 27. Aug 2018, 09:59

Hier ist noch jemand, der keine Textilverpackungen wegwerfen kann :lol: . Ich nutze die allerdings dann meistens irgendwann als Geschenkverpackung (und bis dahin liegen sie oft Jahrelang in meiner Verpackungsschublade :oops: ).
Ich finde den MugRug optisch ganz cool, allerdings benutze ich sowas gar nicht, von daher wäre das bei mir keine Verbesserung, sondern nur etwas, was auch wieder rumliegen würde^^.
Und meinen absoluten Respekt hast du für das Verarbeiten des Schmetterling-Stoffs. Der ist wirklich... was besonderes :lol:
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Re: Horrible Histories. Oder: Von der fachgerechten Entsorgung textiler Altlasten

Beitragvon Zetesa » 27. Aug 2018, 10:57

Danke für diese motivierende Altlasten-Schau.
Ich bin schwer beeindruckt, dass du noch fertige Projekte draus gemacht hast.
Solche Stoffverpackungen hebe ich auch immer auf.

Bei mir liegen die gruseligen Stoffe entwedee noh unangetastet im Berg oder die Projekte sind tatsächlich schon entsorgt.
Aber dem Berg müsste ich auch mal wieder angehen, das letzte Mal habe ich das vor 9 Jahren gemacht...
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Re: Horrible Histories. Oder: Von der fachgerechten Entsorgung textiler Altlasten

Beitragvon Scintilla » 27. Aug 2018, 19:24

Das errinnert mich daran, meine Horrible Histories DVDs mal wieder hervorzukramen :mrgreen:
Respekt, dass du dich der Schrankleichen annimmst, gerade der Mug Rug ist echt schön gelungen. Aber mit dem Designer des Schmetterlingsstoffes müsste jemand mal ein ernstes Wörtchen reden.
Bei Fällen von akutem Reisefieber empfehle ich: Die Couchsurfingbörse der Nähkromanten!

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Re: Horrible Histories. Oder: Von der fachgerechten Entsorgung textiler Altlasten

Beitragvon TanteLiese » 27. Aug 2018, 20:46

Das Häkelsäckchen ist so herzerfrischend schrullig, das ist schon wieder Punk. Viel Liebe dafür! :kicher:
Den eingebauten Paprikatext finde ich großartig und das Shirt zum Streichen hat irgendwie auch schon wieder etwas. So in etwa hatte ich mir Luna Lovegood immer vorgestellt. Ein wirklich schöner Beitrag. Ich bin sehr für mehr verrückte Kleinprojekte im Forum! <3
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Re: Horrible Histories. Oder: Von der fachgerechten Entsorgung textiler Altlasten

Beitragvon Spirit Amy » 27. Aug 2018, 23:31

Ich find den Schmetterlingsstoff gar nicht so furchtbar :oops: (also zumindest vom aussehen, Polyester-Jersey find ich auch furchtbar) und du hast ihn sehr ordentlich verarbeitet, sicher ordentlicher noch alss als blutige Näh-Anfängerin!
Respekt dass du so konsequent Stoffe und Stoffreste abgebaut hast :) Der Vorstellungstext dazu war sehr unterhaltsam, deshalb hab ich früher auch immer gerne dein Blog gelesen :D
Zuletzt geändert von Spirit Amy am 28. Aug 2018, 14:01, insgesamt 1-mal geändert.
Das ist die Signatur von Amy, bitte hinterlassen sie eine Nachricht nach dem BEEEEEEEP!

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Re: Horrible Histories. Oder: Von der fachgerechten Entsorgung textiler Altlasten

Beitragvon Violana » 28. Aug 2018, 09:00

Wärs nicht Polyester, wäre das Shirt bei mir zu den Winter-Arbeitsklamotten gewandert - da habsch eh noch ne Jacke drübber. :mrgreen:

Der MugRug gefällt mir total! Ich würde mich nicht trauen, solche Schrift so prominent irgendwo hinzusetzen (und hätte den Stoff umgedreht). Gut, dass Du mutiger bist. :wink:

Insgesamt: Respekt für Deine Konsequenz, Holzwege zuende zu gehen. :mrgreen:
Ich hätte es wohl einfach nur entsorgt gehortet bis zum Sankt Nimmerleinstag.

Wir sollten Schrankleichen-Schrottwichteln machen. :D :D
Die Geschichte ist der beste Lehrmeister mit den unaufmerksamsten Schülern. - Indira Gandhi

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Re: Horrible Histories. Oder: Von der fachgerechten Entsorgung textiler Altlasten

Beitragvon BeRúThiel » 28. Aug 2018, 14:30

Violana hat geschrieben:
28. Aug 2018, 09:00
Wir sollten Schrankleichen-Schrottwichteln machen. :D :D
Eigentlich eine epische idee :D
Ich würde mich jedenfalls total über recyceltes Paprikapulver-Papier freuen. Auch wenn ich Mug Rugs (fast) den Gipfel der Nutzlosigkeit finde. Prinzipiell finde ich deinen tapferen Umgang mit den textilen Altlasten auf jeden Fall bewundernswert, Constanze! (Und so eine Mühe gibt sich wohl sonst kaum jemand mit Kleidung zum Küche streichen :lol: )
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Re: Horrible Histories. Oder: Von der fachgerechten Entsorgung textiler Altlasten

Beitragvon wuselfrau » 28. Aug 2018, 14:55

TanteLiese hat geschrieben:
27. Aug 2018, 20:46
Das Häkelsäckchen ist so herzerfrischend schrullig, das ist schon wieder Punk. Viel Liebe dafür! :kicher:
Den eingebauten Paprikatext finde ich großartig und das Shirt zum Streichen hat irgendwie auch schon wieder etwas. So in etwa hatte ich mir Luna Lovegood immer vorgestellt. Ein wirklich schöner Beitrag. Ich bin sehr für mehr verrückte Kleinprojekte im Forum! <3
das unterschreibe ich mal alles so :yes:
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Re: Horrible Histories. Oder: Von der fachgerechten Entsorgung textiler Altlasten

Beitragvon Constanze » 30. Aug 2018, 19:15

Vielen Dank euch allen für die Kommentare und dass ihr mit mir darüber lachen könnt! :knuddel:
rhuna hat geschrieben: (Das mit dem "ich kaufe jetzt irgendeinen Stoff, der nicht so teuer ist, der wird schon auch gehen", kommt mir ein bisschen bekannt vor... :angel: Das Ding hab ich hier damals sogar vorgestellt, ein Pseudo-Elbenkleid aus rotem Baumwollstoff mit gelbem Polysatin für die Details... Ach ja. Aber immerhin war ich mir auch damals schon bewusst, dass das Ding mehr zum Testen, ob ich nähen kann und mag, als zum wirklich was taugen da ist. :lol: )
Ja, dass war damals auch meine Überlegung beim Kauf, dass es ja nur zum Üben ist. :lol:
Siora hat geschrieben: Ich kann dir das so gut nachfühlen, ich hab da auch so paar Nähleichen im Keller, das ist ganz gut so, dass die in einer Kiste verschwunden sind und nie wieder das Tageslicht erblicken. Manches davon ist so grauenhaft, dass ich mich ernsthaft schäme, die Sachen in die Altkleidersammlung zu geben oder zu entsorgen, und ich frage mich bis heute, was um aller Welt mich geritten hat, das zu kaufen und auch noch Zeit fürs Nähen zu investieren. :lol: :irr:
Also Projekte gebe ich in die Kleidersammlung, solange sie tragbar sind (über Geschmack lässt sich ja streiten, vielleicht gefällt es jemandem :angel: ), wenn nicht, kommen sie in den Müll. Nur unverarbeitete Stoffe entsorge ich irgendwie nicht gerne, die gehören nicht in die Textilsammlung und kaufen will sie dann oft keiner oder es sind so krumme/kleine Stücke, dass es sich nicht lohnt, die anzubieten.
Thalliana hat geschrieben: Ich finde den MugRug optisch ganz cool, allerdings benutze ich sowas gar nicht, von daher wäre das bei mir keine Verbesserung, sondern nur etwas, was auch wieder rumliegen würde^^.
Ich habe 30 Jahre sehr gut ohne Mug Rug überlebt, von brauchen kann also keine Rede sein. Allerdings esse ich tatsächlich sehr oft eine Kleinigkeit auf einem Unterteller bei einer Tasse Kaffee, dafür könnte ich ihn schon benutzen. Wie häufig dass der Fall sein wird, werden wir noch sehen. Aber es bestand immerhin die Chance, dass er benutzt wird, das wäre bei Tampontäschchen oder Kuscheltieren weniger der Fall gewesen.
Spirit Amy hat geschrieben: Ich find den Schmetterlingsstoff gar nicht so furchtbar :oops: (also zumindest vom aussehen, Polyester-Jersey find ich auch furchtbar) und du hast ihn sehr ordentlich verarbeitet, sicher ordentlicher noch alss als blutige Näh-Anfängerin!
Respekt dass du so konsequent Stoffe und Stoffreste abgebaut hast :) Der Vorstellungstext dazu war sehr unterhaltsam, deshalb hab ich früher auch immer gerne dein Blog gelesen :D
Schön, dass Geschmäcker verschieden sind. Bei mir kommt halt einiges zusammen, was ich nicht mag: Polyester, Farben (ich mag weder besonders gerne gelb noch dieses gelbliche grün und neon-kaugummifarben ist auch so naja) und überdrehte Designer (da sind einfach so viele Kleinigkeiten drin, als hätte sich ein Grafikdesigner vor 20 Jahren nach einer Flasche Wein mit einer Software vergnügt).
Mein Blog existiert auch weiterhin, nur poste ich nicht mehr so oft und man kann nicht mehr kommentieren. Aber die Webseite existiert nach wie vor und wird zumindest ab und an gefüttert.
Violana hat geschrieben: Der MugRug gefällt mir total! Ich würde mich nicht trauen, solche Schrift so prominent irgendwo hinzusetzen (und hätte den Stoff umgedreht). Gut, dass Du mutiger bist. :wink:
Drehen ging nicht, dafür war er zu schmal. Und das ist alles eine Richtung, die Vorderseite war waagerecht bedruckt und die Rückseite dann quer dazu. Aber auch so arbeite ich sehr gerne mit Schrift, sticke irgendwelche Zitate auf Klamotten und so Zeug. Da würde ich noch viel mehr von machen, wenn nur die Zeit da wäre und die Gelegenheit, es anzuziehen. Denn am Ende muss man dann ja doch immer erklären, warum man da jetzt so tiefsinnige Zitate auf dem Rock spatzieren trägt.
BeRúThiel hat geschrieben:
Violana hat geschrieben:
28. Aug 2018, 09:00
Wir sollten Schrankleichen-Schrottwichteln machen. :D :D
Eigentlich eine epische idee :D
Signed! Ich wär dabei. Schade, dass der absolut schrecklichste jetzt weg ist. Ich erinnere mich düster an eine Art Schrottwichteln in Essen, bzw. vielleicht war es auch ein kleiner Forenflohmarkt. Ich weiss nur noch, dass Lenelein einen Stoff für sehr wenig Geld weggab, den sie sehr schrecklich und ich sehr toll fand. Aber wo ist der bloss.... :gruebel:

wuselfrau hat geschrieben:
TanteLiese hat geschrieben:
27. Aug 2018, 20:46
Das Häkelsäckchen ist so herzerfrischend schrullig, das ist schon wieder Punk. Viel Liebe dafür! :kicher:
Den eingebauten Paprikatext finde ich großartig und das Shirt zum Streichen hat irgendwie auch schon wieder etwas. So in etwa hatte ich mir Luna Lovegood immer vorgestellt. Ein wirklich schöner Beitrag. Ich bin sehr für mehr verrückte Kleinprojekte im Forum! <3
das unterschreibe ich mal alles so :yes:
(und jupz, das ist definitiv ein Luna-Lovegood-Shirt... sage ich als Luna-Fan :wink: )
Danke :lol: An Luna hatte ich gar nicht gedacht, aber es ist eine gewisse Nähe vorhanden, da habt ihr wohl recht.

Kleines Benutzungs-Update: Das Shirt liegt noch im Schrank, der Mug Rug wurde 1-2x benutzt und mit der Tasche bin ich tatsächlich die ganze Woche zur Arbeit gegangen, für's Mittagessen ist sie sehr praktisch, riecht auch schon nach Sojasauce nach einem kleinen Maleur. :angel:
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Re: Horrible Histories. Oder: Von der fachgerechten Entsorgung textiler Altlasten

Beitragvon Morag vom Rabenholz » 17. Sep 2018, 19:56

Danke für deinen Mut!
Und der Unterhaltungswert ist seehr hoch :up: :up: :up:

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Re: Horrible Histories. Oder: Von der fachgerechten Entsorgung textiler Altlasten

Beitragvon waldspinn » 17. Sep 2018, 20:23

Ich finde du hast einiges aus den einen vielleicht nicht direkt anspringenden Ausgangsstoffen gemacht, das ist echt bemerkenswert. Und irgendwie total motivierend, ich bin immer so schnell frustriert von den seltsamen, uralten Stoffleichen die sich im Stoffberg angesammelt haben, da würde mir etwas Mut zur Grausamkeit gut tun, gerade wenn die Ergebnisse ja dann doch überraschend gut aussehen können, wie du beweist!
Vielleicht versuche ich es ja mal mit einem Mugrug. Der Sinn hat sich mir bisher auch noch nicht so ganz erschlossen, aber ist das nicht im Grunde einfach ein Tassenuntersetzer aus Stoff? So ein Format kommt ja wie gerufen für kleine Kuriositäten, die irgendwie zu schade zum entsorgen und dann doch zu seltsam zum seriös vernähen sind.
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Re: Horrible Histories. Oder: Von der fachgerechten Entsorgung textiler Altlasten

Beitragvon Constanze » 30. Sep 2018, 17:32

waldspinn hat geschrieben:
17. Sep 2018, 20:23
Vielleicht versuche ich es ja mal mit einem Mugrug. Der Sinn hat sich mir bisher auch noch nicht so ganz erschlossen, aber ist das nicht im Grunde einfach ein Tassenuntersetzer aus Stoff? So ein Format kommt ja wie gerufen für kleine Kuriositäten, die irgendwie zu schade zum entsorgen und dann doch zu seltsam zum seriös vernähen sind.
Ein Mugrug ist wie ein kleines Platzdeckchen. Der Zweck ist, soweit ich weiss, dass man für das Getränk zwischendurch ein Platzdeckchen hat und eben etwas mehr Luft als nur beim Glasuntersetzer, für den Keks, den Teebeutel, etwas Schokolade etc.

Ehrlich gesagt, ich dachte nicht, dass ich sowas brauche (glaube ich auch jetzt noch nicht), aber ich benutze ihn tatsächlich fast täglich. Ich habe auf meinem Küchentisch weder Tischdecke noch Platzdeckchen und merke schon, dass ich deutlich weniger Ringe von der Kaffeetasse zwischendurch habe. Also sicher kann man ohne leben, aber er ist lange nicht so über, wie gedacht.
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