#FrauenLesen! -- Ein Stick- und Lese-WIP: Power (Verena Güntner)

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kleinesSchwarzes
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Re: #FrauenLesen! -- Ein Stick- und Lese-WIP: Rahmenbedingungen schaffen

Beitrag von kleinesSchwarzes »

Ich hab ja die letzte Runde von #vorschauenzählen verfolgt, also Ergebnisse und Diskussionen drumherum (bei mir zählt das als arbeiten :D) und hatte mir damals vorgenommen, auch mal mehr Autorinnen zu lesen. Dieses Jahr habe ich bisher tatsächlich nur Bücher von Frauen gelesen aber ich hab auch insgesamt nicht viel gelesen... Ich lasse mich also auch mal hier nieder, vielleicht motiviert und inspiriert mich das ja :)

Dank Ravnas sehr weiser Signatur denke ich nun drüber nach, was von Becky Chambers zu lesen, aber eigentlich ist das ja nicht so meine Richtung :gruebel:
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aprilnärrin
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Re: #FrauenLesen! -- Ein Stick- und Lese-WIP: Rahmenbedingungen schaffen

Beitrag von aprilnärrin »

Trixibelle hat geschrieben:
11. Mär 2020, 10:31
Das ist mal ein interessantes WIP! :shock:
Ich komme aus der Abends-im-Bett-nen-Krimi-Ecke und da wird auch gefühlt wirklich fast nur aus der männlichen Sicht geschrieben. Habe da bisher noch nie so darüber nachgedacht, vielen Dank für die Inspiration. Hier lasse ich mich gerne nieder und schaue dir zu :)
aprilnärrin hat geschrieben: Oh, ich bin heute über eine Buchempfehlung gestolpert, die ich Dir weiterreichen wollte, aber leider finde ich es gerade nicht wieder. Sollte ich wieder drauf stoßen, melde ich mich. Ich selbst lese Krimis nicht so, aber ich empfehle ja gerne weiter, wenn ich was sehe. ^^
Gefunden! Ich meinte Meine Schwester, die Serienmörderin von Oyinkan Braithwaite. Eventuell setze ich das sogar selbst noch auf die Liste-Liste. Erstmal wird es lose im Hirn rumschwirren als Option. :)

kleinesSchwarzes hat geschrieben: Ich hab ja die letzte Runde von #vorschauenzählen verfolgt, also Ergebnisse und Diskussionen drumherum (bei mir zählt das als arbeiten :D) und hatte mir damals vorgenommen, auch mal mehr Autorinnen zu lesen. Dieses Jahr habe ich bisher tatsächlich nur Bücher von Frauen gelesen aber ich hab auch insgesamt nicht viel gelesen...
Auch sehr spannend, dass Du das auf der Arbeit mitbegleitest. :)
Dank Ravnas sehr weiser Signatur denke ich nun drüber nach, was von Becky Chambers zu lesen, aber eigentlich ist das ja nicht so meine Richtung :gruebel:
Meine Richtung ist das zwar total, aber ich werde für dieses Projekt auch versuchen so viel wie möglich meine "Comfortzone" zu verlassen. Ich habe ein wenig die Ahnung, dass man gerade beim Frauenlesen nicht viel auf Genre etc. geben darf. Es gibt nicht ohne Grund in den eher "abgelegenen" Bereichen, also in der Genreliteratur, mehr Frauen (das ist jetzt allerdings nur ein gefühlter Eindruck, aber gerade der Blick auf das Krimigenre bestätigt mir das auch ein wenig, wenn ich gucke, wie viele Autorinnen da allein in unserem Laden (meint, das Antiquariat in dem ich seit heute ganz in echt nicht mehr arbeite :( ) über die Theke gehen), als in der sogenannten Weltliteratur. Ich würde mal frech behaupten, dass man sich Nischen leichter erobern kann, als die vermeintlich große Bühne (man bedenke das Missverhältnis an Literaturnobelpreisträgerinnen zu -trägern). Daher kann ich mir auch gut vorstellen, dass Genreliteratur ein Weg in den öffentlichen Diskurs ist und hier und da auch nicht nur Gefälligkeitsliteratur geschrieben wird um Leben und Brot zu verdienen, sondern auch "mehr" dahintersteckt, Themen platziert werden etc.
Mein aktuelles Beispiel ist das Buch Fräulein Nettes letzter Sommer von Karen Duve. Mein oberflächliches Urteil war: Ach, bei dem Titel kann das ja nur so ein schnulziger Roman sein, bestimmt so ein inhaltsloser Frauenroman der seichten Art (ja, schlimmes Urteil, ich weiß, aber das ist ja das Problem, das solche Glaubenssätze existieren und man sie mühsam aushebeln muss). Das Cover kam dann auch noch so verträumt melancholisch seicht daher. Und schon habe ich das Buch nicht angefasst. Dann hat es mal jemand empfohlen und als ich las, dass es über die Schriftstellerin Annette von Droste-Hülshoff (berühmtester Text: Die Judenbuche) ist, ist es auf der Unbedingt-Lesen-Liste gelandet. Wie großartig ist das denn bitte?

Daran will ich auch arbeiten. Offener zu sein, diese ganzen Vorurteile gegenüber "Frauenliteratur" abzulegen. Das ist Teil dieser strukturellen Ungleichheit, die sitzt auch tief im Kopf von Frauen. Und sie versperrt einem einfach den Weg. Das heißt nicht, dass ich jetzt jedes Buch einer Frau unbesehen feiern möchte und alle toll, tiefsinnig und grandios sind; es wird weiterhin Texte geben, die ich schrecklich finde. Aber ich will diese Strukturen abschütteln, so weit ich das selbst beeinflussen kann.
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Re: #FrauenLesen! -- Ein Stick- und Lese-WIP: Rahmenbedingungen schaffen

Beitrag von kleinesSchwarzes »

aprilnärrin hat geschrieben:
11. Mär 2020, 21:20
Mein aktuelles Beispiel ist das Buch Fräulein Nettes letzter Sommer von Karen Duve. Mein oberflächliches Urteil war: Ach, bei dem Titel kann das ja nur so ein schnulziger Roman sein, bestimmt so ein inhaltsloser Frauenroman der seichten Art [...]
Lustig, dass du gerade das als Beispiel bringst, weil es mir bei dem Buch genauso ging. Ich hatte das auch abgelegt unter "nett belanglos" (obwohl mich das bei der Autorin doch einen Tick überrascht hat) bis mir eine Kollegin dann mal erzählt hat um was es geht. Gelesen habe ich es aber noch nicht.

Zum Thema Autorinnen im Krimigenre hab ich neulich ein interessantes Interview mit der Verlegerin von Ariadne gelesen. Mir kommt es außerdem so vor als gäbe es im Kinder--und Jugendbuchbereich sehr viele Autorinnen :gruebel:

Ich habe jetzt mal meinen Stapel ungelesener Bücher durchgesehen. Der ist schon sehr männlich dominiert. Ich denke, ich werde als nächstes mal "Spieltrieb" von Juli Zeh in Angriff nehmen. Das liegt hier schon so lange obwohl es eines der wenigen Bücher auf dem Stapel ist, das ich tatsächlich gekauft habe (das mir also nicht bei der Arbeit zugelaufen oder aus einem offenen Bücherschrank nach Hause gefolgt ist...)
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Re: #FrauenLesen! -- Ein Stick- und Lese-WIP: Rahmenbedingungen schaffen

Beitrag von Zetesa »

Was für ein großartiges Projekt. Ich bin sehr gespannt, was du an
Hier mache ich es mir gemütlich.

Was ich letztes Jahr gelesen habe, um mal ein bisschen aus dem Eurozentrismus raus zu kommen, waren "Das Buch des Phönix" und "Wer fürchtet den Tod?" von Nnedi Okorafor. Ist beides ne Mischung aus Fantasy und scifi.
Bisschen Afrofuturismus im einen, nen bisschen postapokalyptisch im anderen.
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Re: #FrauenLesen! -- Ein Stick- und Lese-WIP: Rahmenbedingungen schaffen

Beitrag von Trixibelle »

Oh, vielen Dank für den Buchtipp! Die Beschreibung klingt definitiv nach Spaß beim lesen. Das lass ich mir direkt mal auf meine Wunschliste setzen, hab ja bald Geburtstag :kicher:
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Re: #FrauenLesen! -- Ein Stick- und Lese-WIP: Rahmenbedingungen schaffen

Beitrag von Ghastly Bespoke »

Oh, was für ein wundervoller WIP. Ich bin sehr gespannt. Und wie passend, dass du "Fräulein Nettes kurzer Sommer" erwähnst. Ich habe gerade neulich einen Radiobeitrag über das Sammeln von Gespenstergeschichten gehört, in dem Annette von Droste-Hülshoff auch erwähnt wurde und ich noch dachte, dass ich mich mal mehr mit ihr beschäftigen sollte. Als Kind war "Der Knabe im Moor" meine liebste Ballade.
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Re: #FrauenLesen! -- Ein Stick- und Lese-WIP: Rahmenbedingungen schaffen

Beitrag von Neomycin »

Oh wow, ein total grossartiges WIP!
Ich müsste mal meine Liste vom letzten Jahr durchgehen. Ich habe halt viele Bücher aus dem öffentlichen Bücherschrank geliehen zum Pendeln und so einiges gelesen aber so rein intuitiv würde ich sagen, dass der Grossteil von männlichen Autoren war :gruebel:
Ich habe mir auch schon vorgenommen mehr Bücher von Autorinnen zu lesen (und eine Freundin von mir ebenfalls), werde mich hier also gerne inspirieren lassen und freue mich schon auf deine Beiträge.
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Re: #FrauenLesen! -- Ein Stick- und Lese-WIP: Rahmenbedingungen schaffen

Beitrag von Morathi »

Sehr schönes Thema, hier guck ich sicher noch öfter rein :)
In meinem Bücherregal ist das Verhältnis wahrscheinlich so ca. 20:80 wobei das daran liegt, dass da hauptsächlich Klassiker drin sind. Dafür stehen Jane Austen, die Bronte-Schwestern, Virginia Woolf & Co schön auffällig in Sammler-Ausgaben präsentiert. Das Regal meines Mannes hingegen ist ohne nachzusehen bestimmt 99% männlich, einfach weil da quasi nur Physik-Fachbücher sind.
Auf meinem E-Reader müsste die Quote etwas höher als im Regal sein. Ich bin zwar nicht in der Genre-Literatur zu Hause, aber wenn generell Empfehlungen erlaubt sind, möchte ich mit Toni Morrison und Harper Lee zwei beeindruckende Autorinnen hier lassen und von den deutschsprachigen Zeitgenössinnen Juli Zeh, Karen Köhler und Eva Schmidt nicht ungenannt lassen.

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Re: #FrauenLesen! -- Ein Stick- und Lese-WIP: Rahmenbedingungen schaffen

Beitrag von Thyra_Raevyn »

Tolles WIP! Da schau ich gespannt zu. :)

In meiner Kindheit waren meine beiden Lieblingsautorinnen Astrid Lindgren und Tamora Pierce, deren Bücher ich immer und immer wieder gerne gelesen habe. Und auch in meinen aktuellen Wunschlisten sind Bücher von Autorinnen stärker vertreten, ohne, dass ich das bewusst so gewählt hätte. Ich werde mal meine Bücherregale durchgehen und schauen, wie das Verhältnis aussieht.
Miss Guided hat geschrieben:
11. Mär 2020, 18:55
Kate Heartfield - Armed in her fashion.
Muss ich unbedingt lesen. :angel:
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Re: #FrauenLesen! -- Ein Stick- und Lese-WIP: Rahmenbedingungen schaffen

Beitrag von Ravna »

Zetesa hat geschrieben:
11. Mär 2020, 23:06
Was ich letztes Jahr gelesen habe, um mal ein bisschen aus dem Eurozentrismus raus zu kommen, waren "Das Buch des Phönix" und "Wer fürchtet den Tod?" von Nnedi Okorafor. Ist beides ne Mischung aus Fantasy und scifi.
Bisschen Afrofuturismus im einen, nen bisschen postapokalyptisch im anderen.
Ich musste gerade mal danach suchen und hab gesehen, dass das Buch des Phönix die Prequel zu Wer fürchtet den Tod ist, aber zeitlich erst danach geschrieben wurde. In welcher Reihenfolge hast du es denn gelesen und war die sinnvoll? Ich bin nämlich angefixt. :angel:
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Re: #FrauenLesen! -- Ein Stick- und Lese-WIP: Rahmenbedingungen schaffen

Beitrag von Zetesa »

Ravna hat geschrieben:
12. Mär 2020, 17:49
Zetesa hat geschrieben:
11. Mär 2020, 23:06
Was ich letztes Jahr gelesen habe, um mal ein bisschen aus dem Eurozentrismus raus zu kommen, waren "Das Buch des Phönix" und "Wer fürchtet den Tod?" von Nnedi Okorafor. Ist beides ne Mischung aus Fantasy und scifi.
Bisschen Afrofuturismus im einen, nen bisschen postapokalyptisch im anderen.
Ich musste gerade mal danach suchen und hab gesehen, dass das Buch des Phönix die Prequel zu Wer fürchtet den Tod ist, aber zeitlich erst danach geschrieben wurde. In welcher Reihenfolge hast du es denn gelesen und war die sinnvoll? Ich bin nämlich angefixt. :angel:
Ich hab das Buch des Phönix zuerst gelesen, einfach weil es das von beiden war, was zu dem Zeitpunkt ausleihbar war.
Ich würde es aber andersherum lesen, das passt besser zur Erzählweise von Wer fürchtet den Tod.
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Re: #FrauenLesen! -- Ein Stick- und Lese-WIP: Rahmenbedingungen schaffen

Beitrag von Ravna »

Zetesa hat geschrieben:
12. Mär 2020, 21:02
Ich hab das Buch des Phönix zuerst gelesen, einfach weil es das von beiden war, was zu dem Zeitpunkt ausleihbar war.
Ich würde es aber andersherum lesen, das passt besser zur Erzählweise von Wer fürchtet den Tod.
Danke für das Feddback. Dann bin ich mal gespannt. Muss erst noch ein anderes Buch zuende lesen, aber dannn. :yes:
“Ninety percent of all problems are caused by people being assholes.”
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“Natural disasters,” said Nib.”
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Re: #FrauenLesen! -- Ein Stick- und Lese-WIP: Rahmenbedingungen schaffen

Beitrag von aprilnärrin »

Heute wurde der Preis der Leipziger Buchmesse verliehen, statt auf der Messe live im Radio (also nur die Verkündung, einen festlichen Akt mit Überreichung wird es irgendwann später geben). Leider ist es kein Frauentrio aus Sachbuch, Übersetzung und Belletristik geworden. Aber immerhin 2 von 3. Allerdings hätte ich mir wirklich gewünscht, dass der Belletristikpreis an eine der beiden nominierten Autorinnen gegangen wäre. Lutz Seiler mag ein gutes Buch geschrieben haben und ich liebe seine Sprache wirklich sehr, aber... es war so naheliegend, vorausplanbar und offensichtlich. Nichts liebt der Deutsche mehr als über sich selbst lesen und deswegen gewinnt natürlich der Wenderoman. Ich hätte mir mehr Mut zur Literatur und nicht zum Thema gewünscht. In jedem Fall stehen die beiden Autorinnen, die es definitiv genauso verdient hätten auf meiner Liste. :wink:
Es handelt sich hierbei um einen Lyrikband von Maren Kames: Luna Luna
Und um einen phantastisch magisch klingenden Roman von Verena Güntner, der am Ende sicher weniger magisch, als vielmehr ziemlich verstörend sein kann: Power

Während ich heute morgen also Radio gehört habe, habe ich natürlich auch gestickt. Ich tippsel ja nicht nur eifrig hier mit euch, sondern sehe auch zu, dass das Herzstück schnell fertig wird, damit ich endlich den ersten Namen sticken kann.

Bild

Im zweiten Teil der Sendung gab es übrigens eine ausführliche Diskussion zum Thema #frauenlesen! Das hat mich sehr gefreut und da sind wieder viele der wichtigen Punkte angesprochen worden. Die Sendung gibt es hier zum Nachhören: *klick*

kleinesSchwarzes hat geschrieben:
11. Mär 2020, 22:16
Lustig, dass du gerade das als Beispiel bringst, weil es mir bei dem Buch genauso ging. Ich hatte das auch abgelegt unter "nett belanglos" (obwohl mich das bei der Autorin doch einen Tick überrascht hat) bis mir eine Kollegin dann mal erzählt hat um was es geht. Gelesen habe ich es aber noch nicht.
Ghastly Bespoke hat geschrieben: Und wie passend, dass du "Fräulein Nettes kurzer Sommer" erwähnst. Ich habe gerade neulich einen Radiobeitrag über das Sammeln von Gespenstergeschichten gehört, in dem Annette von Droste-Hülshoff auch erwähnt wurde und ich noch dachte, dass ich mich mal mehr mit ihr beschäftigen sollte. Als Kind war "Der Knabe im Moor" meine liebste Ballade.
Vielleicht können wir ja einen Lesekreis draus machen! *g*

kleinesSchwarzes hat geschrieben:
11. Mär 2020, 22:16
Zum Thema Autorinnen im Krimigenre hab ich neulich ein interessantes Interview mit der Verlegerin von Ariadne gelesen. Mir kommt es außerdem so vor als gäbe es im Kinder--und Jugendbuchbereich sehr viele Autorinnen :gruebel:
Ja, den Artikel habe ich auch gelesen. (:

Zetesa hat geschrieben: Was ich letztes Jahr gelesen habe, um mal ein bisschen aus dem Eurozentrismus raus zu kommen, waren "Das Buch des Phönix" und "Wer fürchtet den Tod?" von Nnedi Okorafor. Ist beides ne Mischung aus Fantasy und scifi.
Bisschen Afrofuturismus im einen, nen bisschen postapokalyptisch im anderen.
Das klingt auch hervorragend. Und ja, dieses Westliche Welt Narrativ ist auch eines der vielen Probleme. Deswegen, ist nur eben leider nicht von einer Frau, habe ich mir auch das echt vielversprechend klingende Buch Damnificados von JJ Amaword Wilson geholt. Ich liebe es, wenn in Büchern reale Details herausgepickt werden und in einer Fiktion weiter- oder umgesponnen werden. (Das wird man beim ersten Buch über das ich dann schreibe auch gleich merken, das ist ja schon längst gelesen... :wink: )

Neomycin hat geschrieben: Ich habe mir auch schon vorgenommen mehr Bücher von Autorinnen zu lesen (und eine Freundin von mir ebenfalls), werde mich hier also gerne inspirieren lassen und freue mich schon auf deine Beiträge.
Thyra_Raevyn hat geschrieben: In meiner Kindheit waren meine beiden Lieblingsautorinnen Astrid Lindgren und Tamora Pierce, deren Bücher ich immer und immer wieder gerne gelesen habe. Und auch in meinen aktuellen Wunschlisten sind Bücher von Autorinnen stärker vertreten, ohne, dass ich das bewusst so gewählt hätte.
So schön zu lesen, dass das bei so vielen Leuten schon irgendwie angekommen ist. :)


Jetzt konnte ich mal wieder nicht auf alles eingehen, aber fühlt euch alle willkommen! Ich werde die Tage mal noch eure ganzen tollen Empfehlungen und auch Links, die hier von mir und anderen zum Thema kommen, sammeln und mit in den Anfangspost setzen, auch wenn der dann sicher sehr lang wird. :D
Grüße von der aprilnärrin

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Re: #FrauenLesen! -- Ein Stick- und Lese-WIP: Rahmenbedingungen schaffen

Beitrag von Windspiel »

Was für eine tolle Idee für ein Wip und so ein spannendes Thema. Wenn du es hier jetzt nicht angesprochen hättest, wäre mir das garnicht aufgefallen, dass Frauen auch im Literaturbereich so benachteiligt werden. (In der Kunst ist das ja schon länger sichtbar und bekannt, zumindest mir.)

Ich bin aber allgemein nicht so der "Literatur"-Leser, lese mehr zum abschalten und möchte da nicht zu sehr über sozialpolitische Themen (oder so) nachdenken müssen. Aber auch bei den (Jugend-)Büchern die ich so lese, meistens aus dem Fantasy Bereich, gibt es bei näherer Betrachtung doch auch deutlich mehr Autoren als Autorinnen.

Als Kind hab ich auch sehr viel gelsen und ich glaube da waren es tatsächlich hauptsächlich Bücher von Frauen. Kann aber einfach am Genre gelegen haben... Hab alles verschlungen was an Pferdegeschichten zu bekommen war.

Ich werde das Wip aber auf jedenfall weiter verfolgen. Auch wenn ich vielleicht nicht so viele Leseideen mitnehme finde ich das Thema doch sehr sehr wichtig! Danke fürs drauf aufmerksam machen!

LG
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Re: #FrauenLesen! -- Ein Stick- und Lese-WIP: Rahmenbedingungen schaffen

Beitrag von Die Rote IRis »

Spannend, ich niste mich hier auch gleich mal ein!
aprilnärrin hat geschrieben:
11. Mär 2020, 21:20
Meine Richtung ist das zwar total, aber ich werde für dieses Projekt auch versuchen so viel wie möglich meine "Comfortzone" zu verlassen.
Schade eigentlich. Meine Comfortzone ist der Deinen recht ähnlich und ich wäre gespannt auf weitere Empfehlungen, aber das ist jetzt eher mein Problem und nicht Deines. :angel:

Beckie Chambers kann ich im Übrigen auch wärmstens empfehlen!!! Auch ihre neue Novella 'to be taught if fortunate' klingt sehr spannend.

Weite Autorinnen die mir spontan einfallen - alle im phantastischen/sf-Bereich:
Ann Leckie
The Murdebot Series von Martha Wells - Hab ich selber noch nicht gelesen.
Susanna Clarke
Patricia McKillip
Hope Mirrlees
Robin Hobb (!)
Leonie Swann
Annalee Newitz - auch noch nicht gelesen
und natürlich Ursula K. LeGuinn!

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Even if the whole world is nothing but a bunch of jerks doning jerk-type things, there is still liberation in simply not being a jerk - Eihei Dogen

Im Übrigen bin ich der Meinung dass wir in Zukunft statt von 'Klimawandel' von 'Klimakrise' sprechen müssen.

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