[WIP] Eine dunkelbunte Wohlfühlgarderobe basteln

Zur Dokumentation von laufenden Projekten. Zeigt her in Wort und Bild, was ihr gerade näht oder bastelt.

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Florence
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Re: [WIP] Eine dunkelbunte Wohlfühlgarderobe basteln

Beitragvon Florence » 18. Feb 2021, 15:44

Das erste Foto finde ich ganz besonders klasse!

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Spirit Amy
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Re: [WIP] Eine dunkelbunte Wohlfühlgarderobe basteln

Beitragvon Spirit Amy » 19. Feb 2021, 14:33

Echt wunderschön die Schneebilder :) und euer Hof tut es auch als Hintergrund. Da muss man bei so einem Wetter nicht extra in den Wald stiefeln.

Ich halte die Daumen dass dir deine Wohlfühl-Farbe-geht-gar-nicht-Outfits gelingen bzw. du da genug ansammeln kannst :D
Das ist die Signatur von Amy, bitte hinterlassen sie eine Nachricht nach dem BEEEEEEEP!

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royalwyvern
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Frühlingsanfang im Wollpullover

Beitragvon royalwyvern » 5. Apr 2021, 15:48

Mein erstes Kleidungsstück von der Make-Nine Liste ist fertig! Der Plan war einen schlichten, leicht oversized geschnittenen Wollpullover zu stricken und was soll ich sagen? Genau das ist es geworden.

Strickmuster | Keins
Ravelry-Projekt | Hier entlang
Garn | Istex Lettlopi (Heather Black & Heather Pine Green)

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Der Pulli ist gestrickt aus Istex Lettlopi in den Farben „Black Heather“ und „Pine Green Heather“, beides wunderschöne Farben die sich auch in der Kombination ganz wunderbar machen. Durch die melierte Färbung entsteht der schön rustikale Effekt, der für mich essentiell war bei diesem Stück. Das schwarze Garn ist bis auf den letzten Rest verbraucht, vom grünen hab ich gut ein Knäuel über. Es ist nicht die weicheste Wolle, das soll sie auch nicht sein, aber ich kann den Pullover inzwischen problemlos nur mit Unterhemd tragen. Beim ersten Versuch hat er gejuckt wie nichts gutes, aber beim zweiten Mal anziehen war ich schon dran gewöhnt. Faszinierend, dass mir das alles keine Probleme bereitet obwohl ich sonst gern die Empfindlichkeit in Person bin.

Wie meistens ist der Pulli in Stücken gefertigt und dann zusammengenäht, aber – Premiere – diesmal ohne Anleitung. Das war allerdings ganz und gar kein Hexenwerk. Da ich die Werte auch sonst immer an meine eigenen Maße anpasse ist das rumhantieren mit der Maschenprobe für mich bereits Routine und hat keine Schwierigkeit dargestellt.

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Bei den Ärmeln hingegen habe ich es mir einfach gemacht. Da ich ohnehin leicht überschnittene Schultern wollte habe ich eine Abwandlung des einfachen geraden Ärmels gestrickt. Um nicht die gesamte Menge Stoff unterm Arm zu haben habe ich an der Unterkante des Armlochs, dort wo man normalerweise mit dem Formen beginnen würde in einer Reihe mehrere Maschen abgenommen. Damit der Ärmel dann auch rein passt, hat dieser an der Oberkante ein gerades Stück in der gleichen Länge spendiert bekommen. Ich war damit vielleicht etwas zaghaft, allzu groß ist der Effekt in meinem Fall nämlich nicht.

Zur Veranschaulichung habe ich mal meine Zeichnung mit hochgeladen, ich weiß leider partout nicht mehr wo ich diese Technik aufgeschnappt habe.

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Gestrickt habe ich dann stur glatt rechts, mit Ausnahme der 2×2 Rippenbündchen an Saum und Ärmeln. Wenn man zu genau hinguckt sieht man, dass der grüne Streifen auf Brusthöhe etwas breiter ist als die anderen – nicht aufgepasst? Nein, eine FBA aus verkürzten Reihen fällt doch etwas auf. Mich stört es aber definitiv weniger ein vorne hochziehender Pullover. Wobei ich mich schon frage ob es eine Möglichkeit gibt das Muster ungestört weiterzuführen?

Was mir dann letztlich aber doch noch Kopfzerbrechen bereitet hat war der Halsausschnitt. Der wurde nämlich immer zu klein, aber stur wie ich war wollte ich natürlich auch um jeden Preis den Ausschnitt im Rippenmuster. Dass ich dann den Kopf nicht mehr durch bekommen habe – egal – irgendwie muss das gehen! Nach dem dritten oder vierten Versuch hab ich aufgegeben und einen I-Cord angestrickt. Gefällt mir mittlerweile auch.

Das zweite Hindernis waren die etwas zu kurzen Ärmel. Ich hatte sie schon extra etwas verlängert weil mir beim ersten Versuch das Bündchen dann doch etwas zu eng war und ich deshalb ohnehin ein Stück geribbelt habe. Aber, und hier kommt schon wieder der Dickkopf zum Vorschein: Ich wollte unbedingt, dass die Ärmel mit einem schwarzen Streifen enden. Ganz davon abgesehen, dass das schwarze Garn knapp wurde hätte ich allerdings noch einen ganzen Streifen grün dazwischen setzen müssen um keinen monströs breiten schwarzen Streifen zu bekommen, dann wiederum wären mir die Ärmel aber zu lang zu geworden. So hab ich mich für den Mittelweg entschieden und einen etwas breiteren schwarzen Streifen gestrickt, hab dafür aber relativ kurze Ärmel. Dafür sind sie aber immerhin kurz genug, dass ich sie nicht dauernd nach oben schieben muss. Hat doch alles auch seine Vorteile.

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Ok, aber wenn ich mit aufs Bild muss will ich wenigstens doof aussehen!

Der Pullover ist wunderbar warm und das perfekte Kleidungsstück für solche besonders morgenmuffeligen Tage an denen ich liebsten eingewickelt in meine Bettdecke zur Arbeit gehen würde. Gerade dann liebe ich schön lockere und kuschelige (ok, das kuschelig ist in diesem Fall dann doch gelogen) Kleidungsstücke. Allein dieser Tatsache hat der Pulli es verdanken, dass er doch recht häufig getragen wird obwohl er ein großes Manko hat – ich hab nichts passendes dazu anzuziehen. Vielleicht ist es der ein oder anderen schon aufgefallen dass ich – zweite Premiere – Leggings trage. Und dann nicht mal meine eigenen sondern geklaute von meiner Schwester.

Der eigentliche Plan war, dass sich der Pullover wunderbar zu meinem schwarzen Rock macht, den ich euch nächste Woche vorstellen werde. Was ich aber feststellen musste als ich dann voller Vorfreude beides zusammen angezogen habe – die Silhouette ist furchtbar. Immerhin ging mir das jetzt endlich mal auf, nachdem ich mich den ganzen Winter schon gefragt habe warum mir die Kombination die ich immer mit viel Freude angezogen habe irgendwie nicht so richtig gefällt. Dazu gibt es aber in Kürze nähere Details wenn ich endlich meine Stilfindungs-Serie veröffentliche. Diesmal wirklich.

Jedenfalls verlangt der Pullover nach engen Unterteilen, ich brauche also mehr enge Röcke und dritte Premiere – Hosen. Es hat sich ja in meinen MakeNine-Plänen schon angedeutet, dass ich allmählich doch wieder Interesse an selbigen entwickele, nachdem ich sie jahrelang keines Gedankens gewürdigt hatte. Aber mittlerweile reizt es mich doch immer öfter mal nach einer Hose zu greifen. Hab nur keine – bis auf die geklaute 😀

Außerdem sind Leggings in meiner Welt keine Hosen…

Übrigens – vierte Premiere – Drinnenbilder. Ich hab in der letzten Zeit richtig Lust gehabt mal wieder mit der Kamera zu spielen und dass unser saucooler Wandvorhang unbedingt mal als Hintergrund herhalten muss stand auch schon langer auf meiner Agenda.
Nachdem es auf dem begrenzten Platz dann aber doch schwer wurde mit dem 50mm-Objektiv, das seit seinem Einzug kaum noch die Kamera verlassen darf, auch mal den ganzen Pulli aufs Bild zu bekommen hab ich bei der Gelegenheit das Kitobjektiv mal wieder rausgekramt. Ich wollte ohnehin längst mal mit anderen Brennweiten rumhantiert haben um zu schauen welche mir noch so liegen. Vielleicht kommt das demnächst mal wieder öfter zum Einsatz.

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eichenfuerstin
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Re: [WIP] Eine dunkelbunte Wohlfühlgarderobe basteln

Beitragvon eichenfuerstin » 6. Apr 2021, 07:57

Der Pulli ist echt schön geworden, super, das Du so was ganz ohne Anleitung kannst :up:
Die Farben sind hübsch und ich mag die rustikale Optik auch sehr gerne.

Dein Wandtuch ist toll und das Photo mit Hund gefällt mir besonders gut ♥



Bin schon gespannt, wie es mit Deinem Hosenprojekt weitergeht!

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Amhrán
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Re: [WIP] Eine dunkelbunte Wohlfühlgarderobe basteln

Beitragvon Amhrán » 6. Apr 2021, 08:14

Islandwolle unbedingt waschen, die wird weicher :D
Schöner Pulli, ich mag die Farben!
I'm a blood and bone - heya heya - primitive caveman
I can talk to the trees but I don't speak human
(Omnia ~ Reflexions ~ Caveman)

chaotic
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Re: [WIP] Eine dunkelbunte Wohlfühlgarderobe basteln

Beitragvon chaotic » 6. Apr 2021, 08:34

Schicker Pulli! Ich hätte den breiteren Streifen an der Brust und auch die breiten schwarzen Bündchen/Streifen für Absicht und geplant gehalten, als ob du das Muster auf deinen Körper angepasst hättest.

Ich kann gut verstehen, warum du zu dem Pulli enge Unterteile tragen willst. Nebenbei hast du damit mir geholfen, zu verstehen warum ich bestimmte Pullis nicht mehr anziehen will obwohl ich sie eigentlich gerne mag.

Mir gefällt der Wandbehang auch richtig gut. Und er passt zu dem was du bisher gezeigt hast.
Ich spinne und stricke - wenn ich nicht gerade meinem Leben hinterherlaufe...

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Ghastly Bespoke
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Re: [WIP] Eine dunkelbunte Wohlfühlgarderobe basteln

Beitragvon Ghastly Bespoke » 6. Apr 2021, 09:29

Der ist ja großartig! Ich liebe Streifen vor allem in grün und schwarz. Der Pulli wäre auch sofort mein Lieblingspulli.
Der Mensch an sich ist ein einfacher Haufen Gefühl, der bedient werden will.

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Re: [WIP] Eine dunkelbunte Wohlfühlgarderobe basteln

Beitragvon MadebyMyri » 6. Apr 2021, 11:32

Sehr schön dieser Pulli.
Und istex ist ja auch sehr haltbar.
Und die Farbe ist toll.
Meine beiden Islandpulli aus dem Material werden nach 15jahren immernoch sehr oft getragen.
mein Blog ist wiederbelebt und ich werde zukünftig dort Tutorials und Schnittmuster für Kinderkram veröffentlichen
http://le-saucisson.blogspot.fr/

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Re: [WIP] Eine dunkelbunte Wohlfühlgarderobe basteln

Beitragvon royalwyvern » 6. Apr 2021, 19:31

Vielen Dank euch allen :D
eichenfuerstin hat geschrieben:
6. Apr 2021, 07:57
Bin schon gespannt, wie es mit Deinem Hosenprojekt weitergeht!
Oooh, dann ist die Hose jetzt schon offiziell Projekt? Mist, dann kann ich mich wohl nicht mehr drücken :lol:
Amhrán hat geschrieben:
6. Apr 2021, 08:14
Islandwolle unbedingt waschen, die wird weicher :D
Schöner Pulli, ich mag die Farben!
Ja, hab ich gemerkt. Inzwischen kann ich ihn ganz gut tragen und auch den ganzen Tag ohne dass es unangenehm wird. Am Anfang war es aber echt nicht schön (und da waren die Einzelteile schon einmal gewaschen)
chaotic hat geschrieben:
6. Apr 2021, 08:34
Ich kann gut verstehen, warum du zu dem Pulli enge Unterteile tragen willst. Nebenbei hast du damit mir geholfen, zu verstehen warum ich bestimmte Pullis nicht mehr anziehen will obwohl ich sie eigentlich gerne mag.
Hehe, das hat bei mir aber auch wirklich lange gedauert - schön wenn es dann auch gleich noch anderen hilft :D

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Re: [WIP] Eine dunkelbunte Wohlfühlgarderobe basteln

Beitragvon Fledermaus » 7. Apr 2021, 13:43

Ich hab diesen Thread jetzt erst entdeckt und meine Güte, sind das wunderschöne Stücke! :sabber: Der Winterwaldcardigan ist mein allerliebstes Teil, ich hab vor Begeisterung erst gequietscht, weil ich gehofft hab, er wäre gekauft (hatte den Thread von hinten angefangen) und dann war ich ganz schön traurig, dass ich nicht mehr als rechte und linke Maschen kann :D
Ich finde auch die Stimmung auf den Bildern wunderschön!

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Re: [WIP] Eine dunkelbunte Wohlfühlgarderobe basteln

Beitragvon royalwyvern » 7. Apr 2021, 16:17

Fledermaus hat geschrieben:
7. Apr 2021, 13:43
Ich hab diesen Thread jetzt erst entdeckt und meine Güte, sind das wunderschöne Stücke! :sabber: Der Winterwaldcardigan ist mein allerliebstes Teil, ich hab vor Begeisterung erst gequietscht, weil ich gehofft hab, er wäre gekauft (hatte den Thread von hinten angefangen) und dann war ich ganz schön traurig, dass ich nicht mehr als rechte und linke Maschen kann :D
Ich finde auch die Stimmung auf den Bildern wunderschön!
Vielen Dank :lol:
Mehr als rechte und linke Maschen hat der Cardigan übrigens nicht gebraucht :D

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Der Mottenrock.

Beitragvon royalwyvern » 9. Apr 2021, 20:45

Ich hatte ja noch einen Rock versprochen. Hier ist er:

Ein Babymottenrock :mrgreen: und damit endlich DER schwarze Rock der in meinem Kleiderschrank schon sehnlichst erwartet wurde und außerdem Stück Nummer zwei von meinen Make-Nine-Plänen!

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Ja, auch mein Kleiderschrank stellt sich allmählich auf Frühling ein und in diesem Jahr gilt endlich wieder ‘je dunkler desto besser’. Meine Vorliebe fürs schwarze tritt je wärmer es wird desto deutlicher hervor. Während ich im Herbst-Winter auch gern Erdtöne und Laubfarben trage wird das zum Sommer hin immer weniger (hab ich ja mittlerweile auch genug drüber gejammert :D). Da dieses Jahr aber das erste seit längerer Zeit ist in dem ich mir selbst auch mal wieder erlaube schwarz zu tragen fehlt es ein bisschen an allem und die dunklen Sachen sind gefühlt immer in der Wäsche.

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Was ausserdem Mangelware ist, sind dunkle, sommertaugliche Röcke, denn dazu könnte man wenigstens die bunten Oberteile tragen ohne, dass es zu bunt wird. Ich besitze drei schwarze Röcke:
* ein zu enger und zu kurzer Kunstlederrock
* ein zu kurzes Plastik-Chiffon-Etwas
* und ein Faltenrock aus relativ dickem Jersey

Letzteren trage ich noch recht gerne, aber spätestens wenn es wirklich heiß wird ist er einfach zu warm. Was auch nicht zu verachten ist ist der Sonnenschutz durch längere Röcke. Da ich Sonnencreme meide wie der Teufel das Weihwasser und nur welche auftrage wenn es wirklich nicht anders geht, laufe ich auch im Sommer gern etwas bedeckter rum.
Und wie lassen sich diese zwei Fliegen nun mit einer Klappe schlagen? Ganz einfach, mit einem langen Leinenrock. Simpel aber effektiv. Und damit es nicht zu simpel langweilig wird – Stickerei geht immer. Es gibt in meinem Kopf schon sehr lange Pläne für ein luftig, lockeres Top mit einem Mottenbild darauf. Da meine ersten Pläne für dieses schöne Viskose-Leinen ein Maxikleid beinhalteten habe ich gleich eine großzügige Menge gekauft, sodass neben dem Rock auch besagtes Top dabei rausspringen können sollte. Damit war die Idee für die Verzierung des Rockes auch sogleich klar. Ein großes Mottenbild fürs Top und kleine Babymotten für den Rock. Die Babymotten gingen wunderbar schnell, ein Sonntag Nachmittag ist dafür draufgegangen und fertig waren sie. An dem Top sitze ich jetzt bereits etwas länger, aber bald ist es auch geschafft, dann bleibt nur zu hoffen, dass der Schnitt endlich passt.

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Ein weiteres kleines Detail hat er noch verpasst bekommen und zwar einen sichtbar eingenähten Metallreißverschluss im Rücken. Ein Detail das wir wirklich gut gefällt.
Was mir weniger gefällt – und was dazu führt, dass das gute Stück noch gar nicht vollständig fertig ist, ist die Weite. Meine anderen Röcke mit festem Bund sind doch mittlerweile etwas eng geworden und so hab ich diesmal mitgedacht und den Bund etwas verlängert. Ein bisschen zu viel. Der Rock sitzt jetzt recht locker und rutscht ziemlich weit die Hüfte runter. Ich mag meine Röcke optisch am liebsten auf Taillenhöhe, bequemer finde ich es leicht darunter, aber der hier treibt es leider auf die Spitze und rutscht einfach zu tief. Aus diesem Grund sind auch noch keine Haken und Ösen angenäht, der Bund wird aktuell von einer Sicherheitsnadel gehalten. Eigentlich war das nur als Übergangslösung gedacht, bis ich weiß auf welcher Weite mir der Rock gefällt, aber ich werde wohl den Bund noch etwas enger machen müssen und bis ich wirklich sicher bin bleibt die Nadel. Sind die Haken und Ösen nämlich erstmal dran werde ich unter Garantie zu faul sein sie bei Bedarf zu versetzen. Den Bund einfach enger zuzunadeln führt leider dazu, dass der Reißverschluss komische Sachen macht. Um damit durchzukommen ist er einfach zu auffällig, da bleibt wohl nur auftrennen.
Aktuell ignoriere ich diese Tatsache und trage ihn trotzdem rauf und runter :lol:

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Die Nähte haben auch etwas schicke Optik spendiert bekommen. Meine aktuell liebste Versäuberungsmethode ist nämlich das Hong-Kong-Finish. Ganz besonders wenn ich das Schrägband nicht selbst herstellen muss, deshalb hab ich mir diesmal fertiges gegönnt. Das blaue Blümchenmuster finde ich klasse im Kontrast zu dem schwarzen Stoff.
Allerdings hab ich es natürlich geschafft die eine Naht bei der ich das Schrägband falschrum angenäht habe zu fotografieren. Typisch.

Der Rock ist übrigens auf allen Bildern gewaschen und ungebügelt! Was so ein bisschen Viskose im Leinenstoff alles ausmachen kann. Ich hab ihn nach dem Waschen nur etwas aufgeschüttelt und aufgehängt – macht sich doch gut, nicht?

Und was darf natürlich nicht fehlen, wird von mir aber trotzdem regelmäßig vergessen? Richtig, Taschen! Offensichtlich muss ich gleich für alle vorher vergessenen Taschen mit kompensieren, neben zwei riesengroßen Nahttaschen in denen das Handy lockerflockig unsichtbar verschwindet hat er nämlich außerdem zwei kleine Geheimtäschchen mit Öffnung am Bund spendiert bekommen, wo man bei Bedarf zum Beispiel ein kleines Portemonnaie unterbringen kann wenn man mal wieder Konzerte und ähnliches besuchen darf. Auch wenn’s vermutlich bescheuert aussieht wenn man vor jedem Bier im Rockbund rumgraben muss :D

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Die Taschen bestehen aus einem Rest den ich noch im Lager gefunden habe. Eine Art dickeres Polyester-Futter, das war zumindest meine erste Assoziation. So sind die Taschen auch ohne Verstärkung stabil genug um das Handy sicher zu halten, dem doch recht feinen Leinen hätte ich das allein nämlich nicht zugetraut.

Meine Lieblingsmethode um verdeckte Nahttaschen zu nähen ist übrigens diese hier. Damit entfällt nämlich das ganze Gefummel mit den Taschen, man sieht das Futter später nicht und es klafft überhaupt nicht mehr. Bevor ich diese Anleitung gefunden habe, hab ich Nahttaschen nämlich gehasst wie die Pest. Der Nachteil ist allerdings, dass ich jedes Mal suchen muss wenn ich an meine Taschen will :lol:

Der Rock selbst ist sehr einfach. Man nehme ein Stück Stoff, falte es und pappe einen Bund dran. Fertig. Was dann Zeit frisst sind die ganzen Kleinigkeiten, aber gerade die machen mir am meisten Spaß, dafür nimmt man sich die Zeit doch gerne. Diesmal hab ich sogar mitgedacht und noch ein klitzekleines bisschen Finesse in die Falten gebracht, indem ich die Legerichtung mit Sinn und Verstand gelegt habe. Beim letzten Faltenrock (der grüne) hat es mich nämlich tierisch genervt, dass alle Falten in die gleiche Richtung gehen – es fällt zwar kaum auf und inzwischen kann ich gut damit leben, aber für eine zukünftige Version wollte ich es doch gern ändern – und prompt hätte ich es beinahe vergessen. Aber zum Glück nur beinahe. Dieses Mal habe ich die Falten nämlich so gelegt, dass sie in der vorderen und hinteren Mitte die Richtung ändern. Vorne laufen sie quasi aufeinander zu, hinten auseinander – was den Reißverschluss noch etwas besser zur Geltung bringt.

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Die Bluse war übrigens eine Notlösung. Eigentlich hatte ich den Rock direkt als Set mit dem passenden Top UND als Wintervariante mit dem grün-schwarzen Streifenpulli aus dem letzten Beitrag geplant. Angezogen war ich mit der Kombination dann aber alles andere als glücklich, zu weiten Röcken schadet es doch nicht wenn das Oberteil etwas ‘Drape’ hat. Und so hab ich kurzerhand meine geliebte Planetenbluse aus dem Schrank gezogen und mal ehrlich – die beiden sind doch wie geschaffen füreinander!

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Zoidberg wollte auch nicht aufs Bild. Also musste er trotzdem :roar:

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Wenn Sie nun geradeaus schauen, sehen Sie Kartoffel bei der Bildausschnittkontrolle.

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Re: [WIP] Eine dunkelbunte Wohlfühlgarderobe basteln

Beitragvon eichenfuerstin » 10. Apr 2021, 07:07

Schön geworden, Dein Rock :)
Mit so kleinen Details wie den aufgestickten Motten kriegt man mich eh immer.
Die Idee mit den Taschen ist super.

Ich hoffe, das Du den Bund noch so hinbekommst, wie Du Dir das vorstellst.
Und die Pläne für das Mottentop klingen auch vielversprechend :up:


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